Der Friedhof/Die Gruft

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„Der Friedhof die Gruft“ Raum zur Vergegenwärtigung des Todes


Der Friedhof/Die Gruft
Auf dem vom Engel getragenen Spruchband wird das bekannte “Memorare” angestimmt, das Bernhard anlässlich der Kreuzugspredigt im Dom zu Speyer 1146 verfasst haben soll: “Gedenke, o mildeste Jungfrau Maria: Niemals ist es gehört worden, dass du jemand verlassen hättest, der zu dir sein Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief und dich um deine Fürbitte anflehte. Empfiehl uns deinem Sohne stelle uns vor deinem Sohne....” Der heutige Wortlaut ist allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert belegt. Bei Bernhard finden sich einzelne Motive. “O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria werden als direkt Bernhardinisch angesehen. Die Gebetshaltung Bernhards vor einem Bild der Muttergottes mit dem Kind in angedeuteter Lactatio-Haltung deutet die bekannte Anrufung aus: “Dich als Mutter weise...” (“Monstra te esse Matrem!”) und hätte in jeder anderen Kirche auch lokalisiert werden können. Der Maler muss hier wohl Speyer als Höhepunkt der Kreuzzugsbegeisterung gemeint haben, weil er Bernhard die wichtigsten späteren Insignien tragen lässt, nämlich das große Holzkreuz mit den gekreuzten Stäben für Lanze und Sitio-Schwamm, Symbol für den Gegenstand seiner Predigt und seiner Glaubensprüfung. Der Friedhof/Die Gruft
Die “Totenerweckung” aus der Altomonte-Schule bei welcher Bernhard angesichts des Leichnam eines jüngeren Mannes die zwei klagenden Frauen mit der rechten Hand auf den Himmel verweist, kommt in den älteren Viten nicht vor, obwohl die Krankenheilungen besonders in den letzten Büchern der Vita das Hauptinteresse des Autors Gottfried von Auxerre ausmachen. Der Friedhof/Die Gruft