Die Zelle

12-Bauaustellung.mp3

„Die Zelle“ – Raum der Sammlung durch Selbstreflexion


Die Zelle
Die Zelle
Der sel.Tesselinus (Tecelin, Tescelin) de Fontaines-lès-Dijon war Vassal, d. h. Lehensmann, des Herzogs von Burgund und wirkte als solcher auch im Rat des Fürsten. Gegebenenfalls musste er in den Konflikten und Fehden seines Fürsten das Schwert ergreifen. Bei der Belagerung der Burg Grancey-le-Château unterstützte ihn von Familie und Sippe vor allem sein zweitältester Sohn Gerhard. Am Ort dieser kriegerischen Campagne seines Vaters sammelte sein drittältester Sohn Bernhard seine militia Christiana für den Eintritt in Clairvaux (1113). Ein Jahr vor seinem Tod (+1120) schloss sich der alte Vater Tescelin seinen Söhnen und Vettern als Mönch von Clairvaux an. Auf dem Gemälde von Bartolomeo Altomonte (1750) ist Tescelin schon in der vollen Kukulle der Mönche gezeigt, was nach Abbé Vacandard der historischen Wirklichkeit entsprechen dürfte. Die Waffen zu seinen Füßen, Speer, Schwert und Helm vermögen ihn bei seiner lectio divina nicht mehr zu stören. Die Zelle
Die sel. Aleidis (Aleth), geborene Herrin von Montbard, durch die ihre Kinder gesellschaftlichen Zugang zum gesamten burgundischen, aquitanischen, normannischen und übrigen französischen Hochadel bekommen konnten, unterweist den hl. Bernhard, ihren Sohn, in der Kunst des Lesens. Dieses Motiv mag als Hinweis dienen, daß der Knabe für den Stand der Kleriker, der professionellen “Leser und Schreiber”, und zunächst für die Schule der Stiftsherren von Châtillon-sur-Seine bei Vorles bestimmt war. In letzterem besassen die Montbards einen Familiensitz. Der Künstler mag die abgebildete Lernszene demnach auch unweit von Châtillon gedacht haben. Der Tod der Mutter 1108 stürzte Bernhard in eine seelische Krise, an deren schließlicher Bewältigung der Eintritt in Cîteaux erfolgte. Die Zelle